Der Mythos „Erst Website, dann Newsletter"
Viele schieben den Start ihres Newsletters auf, weil sie glauben, zuerst eine eigene Website mit Domain, Hosting und Impressum fertigstellen zu müssen. Das ist ein Denkfehler, der Monate kostet und nichts bringt.
Eine Website ist eine Plattform für Inhalte. Ein Newsletter ist ein direkter Kommunikationskanal. Beide sind voneinander unabhängig. Du kannst einen Newsletter mit 1.000 Abonnenten betreiben, ohne jemals eine Website gehabt zu haben. Umgekehrt gibt es Websites mit Zehntausenden Besuchern, die keinen einzigen Newsletter-Abonnenten haben, weil das Anmeldeformular fehlt oder schlecht platziert ist.
Was du wirklich brauchst, um heute zu starten
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Was du wirklich brauchst
5 Wege zur E-Mail-Liste ohne Website
Es gibt nicht einen richtigen Weg, sondern mehrere Ansätze, die je nach Ausgangssituation unterschiedlich gut passen. Diese Übersicht hilft dir, den richtigen Einstiegspunkt für deine Situation zu finden.
Newsletter-Tool-Landing-Page
Empfohlen für die meistenFast alle modernen Newsletter-Tools (MailerLite, Kit, Brevo) bieten einen eingebauten Landing-Page-Builder. Du erstellst eine professionell aussehende Anmeldeseite unter einer Subdomain des Tools (z. B. deinname.mailerlite.io) und verlinkst sie überall hin.
All-in-One-Newsletter-Plattform
Für sofortige SichtbarkeitPlattformen wie Substack und Beehiiv sind gleichzeitig Newsletter-Tool und Publikationsplattform. Deine Ausgaben erscheinen automatisch als Webseite, die gefunden und geteilt werden kann. Du brauchst nichts einzurichten.
Social-Media-Kanal als Startpunkt
Wenn du bereits Reichweite hastInstagram, TikTok oder YouTube liefern den Traffic. Die Newsletter-Tool-Landing-Page übernimmt die Anmeldung. Du brauchst nur einen Link in der Bio oder Videobeschreibung und eine Anmeldeseite vom Newsletter-Tool.
Kostenloser Landing-Page-Builder
Als ZwischenlösungTools wie Carrd.co oder Notion als öffentliche Seite erlauben eine einfache Anmeldeseite ohne eigenes Hosting. Das Formular verbindet sich mit dem Newsletter-Tool. Nicht für dauerhaften Betrieb gedacht, aber ein schneller Start ist möglich.
Direkte Einladung im persönlichen Netzwerk
Für den allerersten StartDie ersten 20 bis 50 Abonnenten kommen oft aus dem direkten Netzwerk: E-Mail an Bekannte, LinkedIn-Nachricht, WhatsApp-Status mit Link. Keine Landing-Page nötig, nur ein funktionierendes Anmeldeformular vom Newsletter-Tool.
Newsletter-Tool-Landing-Pages: Die einfachste Lösung
Der mit Abstand einfachste Weg für die meisten: Ein Newsletter-Tool verwenden, das Landing-Pages mitbringt. Du erstellst einmal eine Anmeldeseite, verlinkst sie überall hin und alles andere läuft automatisch. Kein Hosting, kein Code, kein Wartungsaufwand.
Wie eine Newsletter-Tool-Landing-Page aussieht
Diese Seite läuft vollständig auf Infrastruktur des Newsletter-Tools. Keine eigene Domain oder Hosting nötig.
MailerLite
Stärkster Landing-Page-Builder im Free Plan
Kit (ConvertKit)
Linkseite und Landing-Page in einem
Brevo
Unbegrenzte Kontakte, EU-DSGVO-konform
GetResponse
Website-Builder und Landing-Pages im Paket
All-in-One-Plattformen: Substack, Beehiiv, ablefy & Co.
Eine andere Herangehensweise als das klassische Newsletter-Tool: All-in-One-Plattformen wie Substack, Beehiiv oder ablefy sind gleichzeitig Schreibeditor, Versanddienst und öffentliche Webseite. Jede Ausgabe erscheint automatisch unter einer eigenen URL, die geteilt und gefunden werden kann. Wer zusätzlich digitale Produkte verkaufen will, findet in ablefy eine vollständige Lösung: vom Newsletter-Formular über Landing-Pages bis hin zur integrierten Zahlungsabwicklung.
| Plattform | Kosten | Eigene Seite | Monetarisierung | Passend für |
|---|---|---|---|---|
S Substack |
Kostenlos (10 % auf Paid-Abo) | ✓ | ✓ Paid Abo | Schreiber, Journalisten, Meinungsmacher |
B Beehiiv |
Kostenlos bis 2.500 Abo. | ✓ | ✓ Paid + Ads | Creator mit Wachstumsfokus |
G Ghost |
Ab 9 $/Monat (Self-hosted kostenlos) | ✓ | ✓ Mitglied. | Tech-affine, Membership-Modell |
ML MailerLite |
Kostenlos bis 1.000 Abo. | ✓ Landing-Page | Eingeschränkt | Einsteiger, E-Commerce, Automationen |
ab ablefy |
Ab 0 € (Provision auf Verkäufe) | ✓ LP + Shop | ✓ Digitale Prod. | Creator mit digitalen Produkten, Kursen, Coachings |
ablefy: Newsletter + Digitale Produkte in einem
Die All-in-One-Plattform für Creator, die verkaufen wollen
ablefy geht weiter als reine Newsletter-Plattformen: Es kombiniert Newsletter-Formular, Landing-Pages und eine vollständige Zahlungsabwicklung für digitale Produkte. Wer Kurse, E-Books, Templates oder Coachings verkauft und gleichzeitig einen Newsletter betreiben will, bekommt alles in einem System, ohne externe Zahlungsdienstleister einrichten zu müssen.
Wann ist ablefy die richtige Wahl?
Substack/Beehiiv vs. klassisches Newsletter-Tool: Was passt besser?
Plattformen wie Substack oder Beehiiv sind gut, wenn du sofort loslegen und öffentlich schreiben willst. ablefy ist die stärkste Wahl, wenn du neben dem Newsletter direkt digitale Produkte verkaufen willst. Klassische Newsletter-Tools wie MailerLite oder Kit sind besser, wenn du Automationen, Lead Magneten und Segmentierung brauchst und Produktverkäufe separat abwickelst. Der wichtigste Unterschied zu Substack: Bei Substack bleiben deine Abonnentendaten auf der Plattform, bei Newsletter-Tools und ablefy gehören sie dir vollständig.
Social Media als Startpunkt
Wer bereits auf Instagram, TikTok, YouTube oder LinkedIn aktiv ist, hat die wichtigste Zutat schon: eine Zielgruppe, die zuhört. Social Media liefert den Traffic, das Newsletter-Tool-Formular sammelt die Anmeldungen. Keine Website nötig, nur ein gut platzierter Link.
Für alle diese Kanäle gilt dasselbe Prinzip: Du verlinkst auf die Landing-Page deines Newsletter-Tools. Wer klickt, trägt sich ein. Der Rest läuft automatisch über die Automation im Tool. Du brauchst nur eine funktionierende Anmeldeseite, die das Newsletter-Tool mitliefert.
Kostenlose Landing-Page-Builder als Zwischenlösung
Wenn das Newsletter-Tool keine Landing-Pages mitbringt oder du eine eigene Seite mit mehreren Links brauchst, bieten kostenlose Landing-Page-Builder eine sinnvolle Zwischenlösung bis du bereit bist, eine eigene Website zu bauen.
Carrd.co
Eine der beliebtesten Optionen für Einzel-Landing-Pages. Kostenlos bis zu 3 Seiten mit Carrd-Subdomain. Formular lässt sich direkt mit MailerLite, Kit und anderen Tools verbinden. Professionelles Design ohne Kenntnisse möglich.
Notion als öffentliche Seite
Eine Notion-Seite als öffentliches Profil mit eingebettetem Anmeldeformular. Nicht ideal als dauerhafte Lösung, aber für den Start vollkommen ausreichend. Viele Creator nutzen Notion für ihre „Über-mich"-Seite mit Newsletter-Link.
Linkseite im Newsletter-Tool (Kit/MailerLite)
Die beste Kombination: Kit bietet eine eigene Linkseite, die wie Linktree funktioniert, aber direkt im Tool liegt. Newsletter-Anmeldeformular, Social-Links und weitere Angebote an einem Ort, verwaltet im selben Tool wie der Newsletter selbst.
Lead Magnet ohne Website ausliefern
Ein Lead Magnet erhöht die Anmelderate deutlich. Die häufige Frage dabei: Wo liegt die Datei, wenn ich keine Website habe? Die Antwort: Es gibt mehrere zuverlässige Optionen, die alle ohne eigenes Hosting funktionieren.
Wo der Lead Magnet liegen kann (ohne eigene Website)
PDF öffentlich freigeben, Link in Willkommens-E-Mail einfügen. Zuverlässig, kostenlos, keine Konfiguration.
Empfohlen für EinsteigerMailerLite, Kit und Brevo haben eigene Dateimanager. PDF hochladen, stabiler Link für alle Zukunft.
Professionellste LösungÖffentlicher Link zu einer Datei im Cloud-Speicher. Funktioniert zuverlässig, solange das Account aktiv ist.
FunktioniertAlle drei Methoden liefern die Datei per Link in der Willkommens-E-Mail aus. Der Ablauf ist immer gleich: Anmeldung → DOI-Bestätigung → Willkommens-E-Mail mit Download-Link.
DSGVO ohne eigene Website
Wer keinen eigenen Blog oder keine eigene Website betreibt, fragt sich oft, wo er Datenschutzerklärung und Impressum unterbringt. Die gute Nachricht: Es gibt auch hier praktikable Lösungen ohne eigene Domain.
Was du auf jeden Fall brauchst
Option 1: Datenschutz-Seite im Newsletter-Tool
Die meisten Newsletter-Tools erlauben eine eigene Seite innerhalb ihrer Infrastruktur. Du erstellst eine Datenschutz-Seite unter deiner Tool-Subdomain (z. B. deinname.mailerlite.io/datenschutz) und verlinkst diese vom Anmeldeformular aus.
Option 2: Öffentliche Notion-Seite
Eine öffentlich freigegebene Notion-Seite mit Datenschutzerklärung und Impressum. Stabiler Link, kostenlos, sofort einrichtbar. Du verlinkst diese Seite im Anmeldeformular unter dem Button.
Option 3: Impressum und Datenschutz im Footer der E-Mails
Fast alle Newsletter-Tools erlauben individuell konfigurierbaren Footer-Text. Hier kannst du den Link zur Datenschutzerklärung (Notion oder Tool-Seite), den Impressumslink und den Abmelde-Link einbetten. So ist bei jeder E-Mail der rechtliche Rahmen vollständig.
Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Orientierung, ersetzt aber keine Rechtsberatung. Was für dein spezifisches Geschäftsmodell gilt, solltest du mit einem Anwalt oder einem versierten Datenschutzberater klären. Mehr zu den rechtlichen Grundlagen: DSGVO & Newsletter.
Wann lohnt sich eine eigene Website?
Eine eigene Website ist kein Muss, aber sie hat reale Vorteile, sobald dein Newsletter eine gewisse Größe und Bedeutung hat. Der richtige Zeitpunkt ist nicht der Start, sondern wenn die folgenden Punkte auf dich zutreffen.
Noch kein guter Zeitpunkt für eine Website
Jetzt lohnt sich eine eigene Website
Die eigene Website ist das langfristige Fundament für organischen Traffic über Suchmaschinen. Aber sie ist der zweite Schritt, nicht der erste. Viele erfolgreiche Newsletter-Betreiber hatten ihre ersten 1.000 Abonnenten, bevor sie ihre Website fertiggestellt haben.
Häufige Fragen
Kann ich einen Newsletter legal ohne Impressum betreiben?
Welches Newsletter-Tool ist am besten für einen Start ohne Website?
Kann ich einen Lead Magneten verschicken, ohne eine eigene Website zu haben?
Soll ich mit Substack oder einem klassischen Newsletter-Tool starten?
Wie lange sollte ich ohne Website arbeiten, bevor ich eine erstelle?

Ringo Dühmke
Gründer & AutorRingo Dühmke ist seit 2001 als Online-Unternehmer aktiv und nutzt E-Mail-Marketing seit 2003 in eigenen Projekten. Als Gründer von Newsletter-Tipps.com testet er Newsletter-Tools selbst, bewertet sie nach praxisnahen Kriterien und schreibt Anleitungen, die Einsteigern und erfahrenen Marketern gleichermaßen weiterhelfen.