Was du brauchst, bevor du startest
Einen Newsletter zu erstellen ist einfacher als die meisten denken. Du brauchst weder Programmierkenntnisse noch ein großes Budget. Die folgende Checkliste zeigt dir, was du vor dem Start benötigst.
Brauchst du
- Eine E-Mail-Adresse mit eigener Domain (z. B. mail@deinname.de)
- Ein Newsletter-Tool (kostenloser Tarif reicht zum Start)
- Eine Idee, worüber du schreiben willst
- Ein Impressum (in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben)
- Zugang zur DNS-Verwaltung deiner Domain
Brauchst du nicht
- HTML- oder Programmierkenntnisse
- Ein Budget (die meisten Tools sind bis 500 Kontakte gratis)
- Eine eigene Website (geht auch ohne, per Landing Page)
- Tausende von Abonnenten (starte mit 10)
- Design-Software (Templates sind im Tool integriert)
Dein Weg zum ersten Newsletter in 7 Schritten
Schritt 1: Das richtige Newsletter-Tool wählen
Dein Newsletter-Tool ist die Zentrale für alles: Empfängerliste verwalten, E-Mails gestalten, Kampagnen versenden und Ergebnisse analysieren. Für Einsteiger in Deutschland empfehle ich eines der folgenden drei Tools, weil sie kostenlose Tarife anbieten, DSGVO-konform arbeiten und den Einstieg leicht machen.
Brevo
Testsieger 2026All-in-One-Plattform mit Drag-and-Drop-Editor, Automationen und CRM. Gratis: 300 E-Mails pro Tag, unbegrenzte Kontakte. DSGVO-konform mit EU-Servern. Ideal für Einsteiger, die langfristig skalieren wollen.
MailerLite
Einfachstes ToolSchlanke Oberfläche, schnelle Einrichtung. Gratis: 1.000 Abonnenten, 12.000 E-Mails/Monat. Der Editor ist intuitiv, die Templates modern. Besonders beliebt bei Bloggern und kleinen Unternehmen.
CleverReach
Made in GermanyDeutscher Anbieter mit Servern in der EU und CSA-Zertifizierung. Gratis: 250 Kontakte, 1.000 E-Mails/Monat. Komplett deutschsprachig, telefonischer Support, DSGVO ab Werk. Ideal, wenn dir Datenschutz besonders am Herzen liegt.
Unsicher, welches Tool zu dir passt? Der Artikel Das richtige Newsletter-Tool auswählen hilft dir mit einer Entscheidungshilfe weiter. Einen Überblick über alle getesteten Tools findest du auf der Tool-Übersichtsseite.
Schritt 2: Konto anlegen und Absenderdaten einrichten
Nach der Registrierung beim Tool deiner Wahl (dauert 2 bis 3 Minuten) musst du als Erstes deine Absenderdaten hinterlegen. Diese Daten erscheinen in jeder E-Mail, die du verschickst, und sind für die DSGVO-Konformität deines Newsletters unverzichtbar.
Diese Angaben brauchst du beim Setup
Absendername
Der Name, den der Empfänger im Posteingang sieht. Nutze deinen echten Vor- und Nachnamen oder den Namen deines Projekts. „Ringo von Newsletter-Tipps" funktioniert besser als „Newsletter-Tipps GmbH".
Absender-E-Mail-Adresse
Die Adresse, von der deine Newsletter verschickt werden. Verwende eine Adresse mit deiner eigenen Domain (z. B. newsletter@deinname.de), niemals eine kostenlose Adresse wie @gmail.com oder @gmx.de.
Antwort-E-Mail-Adresse
Die Adresse, an die Antworten gehen, wenn ein Leser auf „Antworten" klickt. Nutze eine Adresse, die du regelmäßig liest. Persönliche Antworten auf deinen Newsletter stärken die Beziehung zu deinen Lesern.
Physische Adresse / Impressum
In Deutschland muss jeder Newsletter ein Impressum enthalten (§ 5 TMG). Das Tool fügt es automatisch in den Footer ein, du musst nur deine Angaben hinterlegen: Name, Anschrift, E-Mail-Adresse. Die meisten Tools haben dafür ein eigenes Feld in den Kontoeinstellungen.
Schritt 3: Domain authentifizieren (SPF, DKIM)
Dieser Schritt klingt technisch, ist aber in 10 Minuten erledigt und entscheidend für die Zustellbarkeit deines Newsletters. Du beweist den E-Mail-Providern (Gmail, GMX, Web.de), dass du berechtigt bist, im Namen deiner Domain E-Mails zu versenden.
Kurzfassung: Dein Newsletter-Tool gibt dir DNS-Einträge vor (SPF und DKIM). Diese trägst du bei deinem Domain-Hoster (z. B. IONOS, Strato, All-Inkl, Cloudflare) ein. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispiel-Einträgen findest du im Artikel Newsletter-Zustellbarkeit: SPF, DKIM & DMARC einrichten.
Jedes der drei empfohlenen Tools führt dich mit einem Einrichtungsassistenten durch den Prozess. Bei Brevo findest du den Assistenten unter „Einstellungen → Absender & Domains", bei MailerLite unter „Einstellungen → Domains → Authentifizierung" und bei CleverReach unter „Mein Konto → Whitelabel".
Schritt 4: Anmeldeformular erstellen und einbinden
Bevor du deinen ersten Newsletter verschickst, brauchst du Empfänger. Und Empfänger gewinnst du über ein Anmeldeformular. Das Formular ist der Ort, an dem Besucher ihre E-Mail-Adresse eintragen und per Double-Opt-in bestätigen.
3 Wege, dein Anmeldeformular zu platzieren
Auf deiner Website einbetten
Das Tool generiert einen HTML-Code-Schnipsel, den du in deine Website einfügst. Für WordPress gibt es bei den meisten Anbietern eigene Plugins, die das noch einfacher machen. Platziere das Formular an prominenter Stelle: Sidebar, Footer oder als Pop-up. Mehr dazu: Anmeldeformular erstellen.
Eine Landing Page nutzen
Alle drei empfohlenen Tools bieten einen Landing-Page-Builder. Du erstellst eine eigenständige Seite mit dem einzigen Ziel, Newsletter-Anmeldungen zu gewinnen. Perfekt, wenn du noch keine eigene Website hast. Mehr dazu: Newsletter-Landing-Page erstellen.
Per Link in Social Media teilen
Teile den Link zu deinem Anmeldeformular oder deiner Landing Page in der Instagram-Bio, auf TikTok, in YouTube-Beschreibungen oder auf LinkedIn. So gewinnst du Abonnenten auch ohne Website. Strategien dazu: E-Mail-Liste ohne Website aufbauen.
Tipp für den Start: Halte das Formular schlank. Frage nur die E-Mail-Adresse ab (Pflichtfeld) und optional den Vornamen. Jedes zusätzliche Feld senkt die Anmelderate. Personalisierung mit dem Vornamen lohnt sich trotzdem, weil „Hallo Ringo" deutlich besser wirkt als „Hallo Abonnent".
Schritt 5: Deine erste E-Mail gestalten
Jetzt wird es kreativ. Du erstellst deine erste Newsletter-Ausgabe. Alle empfohlenen Tools bieten einen visuellen Drag-and-Drop-Editor, mit dem du E-Mails ohne HTML-Kenntnisse gestalten kannst. Wähle ein Template als Ausgangspunkt oder starte mit einem leeren Layout.
Aufbau deiner ersten Newsletter-Ausgabe
Betreffzeile & Vorschautext
Die Betreffzeile entscheidet über Öffnen oder Ignorieren. Halte sie unter 50 Zeichen und formuliere ein klares Versprechen. Ergänze den Vorschautext (Preheader) mit zusätzlichem Kontext. Mehr: Betreffzeilen verbessern.
Persönlicher Einstieg
Begrüße deine Leser mit ein bis zwei Sätzen. Eine kurze Anekdote, ein Bezug zur Woche oder eine direkte Frage. Das schafft Nähe und zeigt: Hier schreibt ein Mensch, kein Automat.
Hauptinhalt (1 bis 3 Blöcke)
Dein Mehrwert: ein Tipp, eine Erkenntnis, eine Empfehlung. Schreibe kurze Absätze (3 bis 4 Sätze), nutze Zwischenüberschriften und fette Schlüsselbegriffe. Denke an die 80/20-Regel: 80 % Mehrwert, 20 % Eigenwerbung.
Ein klarer Call-to-Action
Jede Ausgabe braucht genau einen CTA: einen Link, einen Button, eine Aufforderung zur Antwort. „Lies den ganzen Artikel im Blog", „Lade dir die Checkliste herunter" oder „Antwort mir mit deiner Meinung". Ein CTA, nicht fünf.
Footer mit Impressum und Abmeldelink
Rechtlich vorgeschrieben: Impressum, Abmeldelink und optional Links zu deinen Social-Media-Profilen. Die meisten Tools fügen diese Elemente automatisch ein. Prüfe trotzdem, ob alles korrekt und klickbar ist.
Schritt 6: Testversand und letzte Prüfung
Bevor du auf „Senden" klickst, verschicke deine E-Mail an dich selbst. Prüfe sie im E-Mail-Client (Gmail, Apple Mail, Outlook), nicht nur in der Vorschau deines Tools. Die folgende Checkliste hilft dir, die häufigsten Fehler vor dem Versand zu finden.
Checkliste vor dem Versand
Eine ausführliche Versand-Checkliste mit Timing-Tipps findest du im Artikel Den ersten Newsletter versenden.
Schritt 7: Versenden und auswerten
Alles geprüft? Dann klicke auf „Senden". Die ersten Ergebnisse (Öffnungsrate, Klickrate) siehst du im Kampagnen-Dashboard deines Tools nach wenigen Stunden. Ein vollständiges Bild ergibt sich nach 24 bis 48 Stunden, da viele Empfänger ihre Mails zeitversetzt lesen.
Öffnungsrate (Zielwert)
Klickrate (Zielwert)
Abmelderate (Zielwert)
Bouncerate (Zielwert)
Was diese Kennzahlen bedeuten, wie du sie verbesserst und warum die Öffnungsrate seit Apple MPP mit Vorsicht zu genießen ist, erfährst du im Artikel Öffnungsrate & Klickrate.
Nach dem ersten Versand: die nächsten Schritte
Dein erster Newsletter ist raus. Gratulation! Ab jetzt geht es um Konstanz, Listenaufbau und Optimierung. Hier sind die fünf logischen nächsten Schritte.
Festen Versandrhythmus einhalten
Wähle einen festen Wochentag und halte ihn ein. Dienstag bis Donnerstag morgens (8 bis 10 Uhr) funktionieren im DACH-Raum am besten. Konstanz schlägt Perfektion. Mehr: Newsletter-Marketing.
Deine E-Mail-Liste aktiv aufbauen
Erstelle einen Lead Magnet (z. B. eine Checkliste oder ein Mini-E-Book), nutze Pop-ups und teile dein Anmeldeformular regelmäßig auf deinen Social-Media-Kanälen.
Eine Willkommensserie einrichten
Begrüße neue Abonnenten automatisch mit einer Serie von 3 bis 5 E-Mails. Das stärkt die Bindung, liefert dein Freebie aus und stellt dich als Person vor. Anleitung: Willkommensserie erstellen.
Betreffzeilen A/B-testen
Teste bei jedem Versand zwei Betreffzeilen gegeneinander. Schon bei kleinen Listen liefert das wertvolle Erkenntnisse. Brevo und GetResponse automatisieren A/B-Tests komplett.
Langfristig denken: Monetarisierung planen
Ab 500 bis 1.000 Abonnenten kannst du über Affiliate-Links, Sponsorings oder eigene Produkte nachdenken. Der Artikel Newsletter-Business aufbauen zeigt dir die verschiedenen Wege.
Häufige Fragen zum Newsletter-Erstellen
Was kostet ein Newsletter?
Brauche ich eine eigene Website für meinen Newsletter?
Wie viele Abonnenten brauche ich, um zu starten?
Wie oft sollte ich meinen Newsletter verschicken?
Muss ich ein Impressum in meinen Newsletter einfügen?
Worüber soll ich in meinem Newsletter schreiben?
Kann ich meinen Newsletter später zu einem anderen Tool umziehen?

Ringo Dühmke
Gründer & AutorRingo Dühmke ist seit 2001 als Online-Unternehmer aktiv und nutzt E-Mail-Marketing seit 2003. Er hat die Entwicklung der Branche von einfachen Mailinglisten bis zu den KI-gestützten Automationen von heute aus erster Hand miterlebt. Als Gründer von Newsletter-Tipps.com testet er die gängigen Newsletter-Tools selbst, bewertet sie nach praxisnahen Kriterien und schreibt Anleitungen, die sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Marketern weiterhelfen.