Automationen & Funnels ca. 14 Min. Lesezeit Aktualisiert: März 2026

Reaktivierungskampagne: Inaktive Abonnenten zurückgewinnen

Jede E-Mail-Liste hat sie: Abonnenten, die sich eingetragen haben, aber schon seit Monaten nichts mehr geöffnet oder geklickt haben. Sie kosten Geld, schaden der Zustellbarkeit und verzerren deine Kennzahlen. Eine gut aufgebaute Reaktivierungskampagne holt einen Teil davon zurück, und trennt sich sauber von dem Rest. Dieser Guide zeigt dir den vollständigen Aufbau, von der Segmentierung über die Win-back-Sequenz bis zur automatischen Bereinigung.

Ringo Dühmke, Autor bei Newsletter-Tipps.com
Ringo Dühmke Autor

Seit 2001 Online-Unternehmer und Gründer von Newsletter-Tipps.com. Ringo setzt E-Mail-Marketing seit 2003 als zentralen Kanal in seinen eigenen Projekten ein.

Warum Inaktive ein echtes Problem sind

Ein Abonnent, der seit acht Monaten keine E-Mail mehr geöffnet hat, ist kein Leser mehr. Er ist ein Datensatz, der Geld kostet und Schaden anrichtet. Klingt hart, ist aber die Realität des E-Mail-Marketings.

Sinkende Zustellbarkeit

Gmail, GMX und Web.de bewerten die Engagement-Rate deiner Versendungen als Reputationssignal. Wer regelmäßig an eine Liste mit 40 % Inaktiven sendet, landet öfter im Spam, auch bei denjenigen, die tatsächlich lesen wollen.

Unnötige Kosten

Die meisten Newsletter-Tools rechnen nach Kontaktanzahl oder Versandvolumen ab. Inaktive Adressen kosten genauso viel wie aktive. Bei 3.000 Karteileichen in einem 5.000er-Tarif zahlst du de facto 60 % des Preises für nichts.

Verzerrte Metriken

Eine Öffnungsrate von 18 % klingt schlecht. Wenn aber 40 % deiner Liste inaktiv ist, entspricht das real 30 % unter den Erreichbaren, was ein ganz anderes Bild ergibt. Falsche Zahlen führen zu falschen Entscheidungen.

Spam-Trap-Risiko

Aufgegebene E-Mail-Adressen werden von Providern manchmal in Spam-Traps umgewandelt. Wer solche Adressen anschreibt, riskiert eine Absender-Blacklistung. Regelmäßige Bereinigung schützt die Reputation der gesamten Domain.

Was Inaktive wirklich kosten: ein Beispiel

10.000
Abonnenten gesamt
4.200
davon inaktiv (42 %)
5.800
echte Leser
Bezahlter Tarif
10.000-Kontakt-Plan bei MailerLite: ca. 73 € / Monat
Kosten für Inaktive
42 % von 73 € = ca. 31 € pro Monat verschwendet
Nach Bereinigung
5.800-Kontakt-Plan: ca. 47 € / Monat = 26 € gespart

Eine Reaktivierungskampagne löst das Problem an der Wurzel: Sie gibt inaktiven Abonnenten eine letzte, echte Chance zurückzukommen, und sorgt dafür, dass alle, die nicht reagieren, sauber entfernt werden.

Inaktive identifizieren und segmentieren

Nicht alle Inaktiven sind gleich. Wer seit 100 Tagen nichts geöffnet hat, ist ein anderer Fall als jemand, der sich vor drei Jahren eingetragen hat und seitdem nie reagiert hat. Eine differenzierte Segmentierung erlaubt dir, die richtige Kampagne für jede Gruppe zu wählen.

Segment 1: Abkühlende (91–180 Tage inaktiv)

Zuletzt aktiv vor 3–6 Monaten

Noch nicht verloren, aber auf dem Weg dorthin. Das Interesse ist möglicherweise verblasst oder der Content hat sich von den Bedürfnissen entfernt. Ein gezielter Impuls mit besonders relevantem Inhalt kann das Engagement reaktivieren, bevor es zu einem echten Inaktivitätsproblem wird.

Maßnahme: Einzelne Re-Engagement-Mail mit herausragendem Inhalt. Kein Drama, kein Abschied.

Segment 2: Inaktive (181–365 Tage inaktiv)

Zuletzt aktiv vor 6–12 Monaten

Das klassische Reaktivierungssegment. Diese Abonnenten haben in einem relevanten Zeitraum nicht mehr reagiert. Eine vollständige Win-back-Sequenz (3 bis 4 E-Mails) mit persönlichem Ton, Mehrwert-Angebot und klarer Abschiedsoption ist hier die richtige Maßnahme.

Maßnahme: Vollständige 3-bis-4-E-Mail-Win-back-Sequenz mit Abschlussmail. Wer nicht reagiert: löschen.

Segment 3: Geister (über 365 Tage oder nie aktiv)

Nie geöffnet oder über 12 Monate inaktiv

Hier ist die Wahrscheinlichkeit einer Reaktivierung sehr gering. Die Adresse ist oft aufgegeben, das Interesse nie vorhanden gewesen oder der Kontext komplett verändert. Eine einzelne letzte Abschiedsmail ist vertretbar, danach sollte sofort gelöscht werden.

Maßnahme: Maximal eine letzte Mail, dann konsequent und vollständig löschen.

iOS-15-Hinweis: Apples Mail Privacy Protection öffnet E-Mails automatisch vor. Das bedeutet: Öffnungen allein sind kein zuverlässiges Aktivitätssignal. Nutze Klick-Aktivität als primäres Kriterium für deine Inaktivitäts-Segmentierung. Ein Abonnent, der in 6 Monaten weder geöffnet noch geklickt hat, gilt als inaktiv, unabhängig von Öffnungs-Tracking-Daten.

Reaktivieren oder sofort löschen?

Nicht jeder inaktive Abonnent ist es wert, reaktiviert zu werden. Die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab.

Kriterium Reaktivierung sinnvoll Direkt löschen
Inaktivitätsdauer 3 bis 12 Monate Über 18 Monate
Anmeldequelle Eigenes Formular, Lead-Magnet Importiert, alte Messeliste, unbekannt
Frühere Aktivität Hat früher regelmäßig geklickt Hat nie eine einzige E-Mail geöffnet oder geklickt
Bounce-Status Keine Bounces Soft Bounces wiederholt oder Hard Bounce
Dein Angebot hat sich geändert Neue relevante Inhalte vorhanden Kaum Content-Änderung seit der Inaktivität

Als Faustregel: Wenn mehr als 50 % deiner Inaktiven nie eine einzige E-Mail geklickt haben und seit über einem Jahr stumm sind, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Reaktivierungskampagne für dieses Segment schlecht. Lösche sie direkt. Fokussiere deine Reaktivierungsenergie auf das mittlere Segment (6 bis 12 Monate inaktiv, früher aktiv).

Die 4-E-Mail-Win-back-Sequenz

Eine Win-back-Sequenz ist eine kurze, gezielte E-Mail-Abfolge mit klarem Ziel: Reaktivierung oder saubere Trennung. Vier E-Mails mit je 5 bis 7 Tagen Abstand sind ein bewährtes Maß.

Win-back-Sequenz: Zeitplan und Ziele

W1
Tag 0
Sanfte Erinnerung
W2
Tag 7
Mehrwert-Angebot
W3
Tag 14
Letzter Versuch
W4
Tag 21
Abschiedsmail
W1
Win-back 1: Die sanfte Erinnerung
Persönlich, keine Anklage, Mehrwert im Mittelpunkt

Ziel & Ton

Diese E-Mail klingt wie eine Nachricht von einem Menschen, nicht von einer Marketing-Automation. Keine Vorwürfe, kein Druck. Einfach eine aufrichtige Erinnerung, dass du noch da bist und gute Inhalte hast.

Elemente

  • Persönliche Ansprache ohne Erklärungsdruck
  • Hinweis auf die besten Inhalte der letzten Monate
  • Klarer Link zum Anklicken (Reaktivierungs-Signal)
  • Keine Verkaufsbotschaft
W2
Win-back 2: Das Mehrwert-Angebot
Nur an diejenigen, die W1 nicht geklickt haben

Ziel & Ton

Erhöhe den Anreiz. Wenn der Content allein nicht reicht, biete einen konkreten Mehrwert: exklusiven Download, eine Ressource oder einen Einblick, den reguläre Abonnenten noch nicht gesehen haben.

Elemente

  • Exklusives Angebot, das Mehrwert signalisiert
  • „Nur für dich" oder „Nur diese Woche"
  • Klarer Download- oder Bestätigungslink
  • Kurz und direkt, kein langer Fließtext
W3
Win-back 3: Der letzte Versuch
Nur an diejenigen, die W1 und W2 nicht geklickt haben

Ziel & Ton

Direktheit ist jetzt angebracht. Kein Vorwurf, aber Klarheit: Du wirst in wenigen Tagen entfernt. Diese Information erzeugt ein Verlustgefühl, das überraschend viele Abonnenten reaktiviert, die auf W1 und W2 nicht reagiert haben.

Elemente

  • Ankündigung des bevorstehenden Endes
  • Klarer Verbleib-Button: „Ich möchte weiter dabei sein"
  • Abmelde-Option sichtbar (kein Verstecken)
  • Maximal 150 Wörter, sehr direkt
W4
Win-back 4: Die Abschiedsmail
An alle, die nach W3 noch nicht reagiert haben

Ziel & Ton

Die Abschiedsmail teilt mit, dass der Abonnent entfernt wurde oder wird. Sie ist kein Versuch mehr zur Reaktivierung, sondern ein würdevoller Abschluss. Überraschend viele Empfänger klicken trotzdem auf den Rückkehrer-Link.

Elemente

  • Kurze, freundliche Verabschiedung
  • Optionaler Rückkehrer-Link (letzter Ausweg)
  • Kein Vorwurf, kein Drama
  • Danke für die Zeit in der Liste

Beispieltexte und Betreffzeilen

Konkrete Texte helfen mehr als Beschreibungen. Die folgenden Beispiele zeigen den Ton und die Kürze, die Win-back-E-Mails auszeichnen.

Betreffzeilen für alle 4 Win-back-Mails

E-Mail Betreff-Option A Betreff-Option B
W1 „Noch dabei, {{Vorname}}?" „Ich habe lange nichts von dir gehört"
W2 „Das habe ich exklusiv für dich reserviert" „Unser meistgeklickter Artikel, falls du ihn verpasst hast"
W3 „Letzte Mail von mir, es sei denn…" „Ich entferne dich in 7 Tagen, außer…"
W4 „Auf Wiedersehen, {{Vorname}} (und danke)" „Du wurdest abgemeldet. Rückkehr jederzeit möglich."

Beispieltext: Win-back 3 (komplett)

Beispieltext: Win-back 4 (die Abschiedsmail, komplett)

Automations-Schaltplan

Die Win-back-Sequenz läuft vollautomatisch. Dieser Schaltplan zeigt, wie Tags, Bedingungen und E-Mail-Versand zusammenspielen.

Vollständiger Reaktivierungs-Flow

Trigger (täglich automatisch geprüft)
Kein Klick seit 90+ Tagen UND kein Tag „Reaktivierung: läuft"
Aktion
Tag setzen: „Engagement: Niedrig" · Tag setzen: „Reaktivierung: läuft"
Win-back E-Mail 1 senden (Tag 0)
„Noch dabei, {{Vorname}}?"
Warten
7 Tage
Bedingung
Hat W1-Link geklickt?
JA (Reaktiviert)
Tag entfernen: „Engagement: Niedrig" + „Reaktivierung: läuft"
Tag setzen: „Status: Aktiv" → Ende
NEIN
→ Win-back E-Mail 2 senden
Win-back E-Mail 2 senden (Tag 7)
„Exklusiver Inhalt / beste Ressource für dich"
Warten
7 Tage
Bedingung
Hat W2-Link geklickt?
JA (Reaktiviert)
Tag-Bereinigung + Status: Aktiv → Ende
NEIN
→ Win-back E-Mail 3 senden
Win-back E-Mail 3 senden (Tag 14)
„Letzte Mail von mir, es sei denn…"
Warten
7 Tage
Bedingung
Hat W3-Link geklickt?
JA (Letzter Moment)
Tag-Bereinigung + Status: Aktiv → Ende
NEIN (Keine Reaktion)
→ Abschiedsmail + Abmelden/Löschen
Win-back E-Mail 4 senden (Tag 21)
„Auf Wiedersehen, {{Vorname}}"
Abschlussaktion
Abonnent abmelden · Tags bereinigen · Reaktivierung: läuft entfernen

Psychologie: Warum Break-up-E-Mails funktionieren

Eine der überraschendsten Erkenntnisse aus Reaktivierungskampagnen: Die Abschiedsmail und die Ankündigungsmail (W3) erzielen oft die höchsten Öffnungsraten der gesamten Sequenz, teils deutlich höher als die normalen Newsletter-Ausgaben davor. Warum?

Verlustaversion

Menschen reagieren stärker auf drohenden Verlust als auf möglichen Gewinn. „Du wirst entfernt" aktiviert das Gehirn anders als „Du bekommst etwas". Das Prospect-Theory-Prinzip (Kahneman) erklärt, warum Abschiedsankündigungen Aufmerksamkeit erzeugen.

Neugier-Effekt

„Letzte Mail von mir, es sei denn…" ist eine unvollendete Aussage. Das Gehirn will die Lücke schließen. Was folgt auf das „es sei denn"? Die Neugier übertrumpft die Inaktivität und erzwingt das Öffnen.

Reaktanz

Wenn etwas weggenommen wird, steigt der wahrgenommene Wert. Solange der Newsletter frei verfügbar war, war er selbstverständlich. Die Ankündigung der Entfernung macht ihn plötzlich wieder relevant. Reaktanz ist ein mächtiger Aufmerksamkeitstrigger.

Wichtig: Diese psychologischen Mechanismen funktionieren nur, wenn die Aussagen echt sind. Wer ankündigt, jemanden zu entfernen, und es dann nicht tut, zerstört dauerhaft das Vertrauen. Die Abschiedsmail muss tatsächlich die letzte sein, und danach muss der Abonnent wirklich entfernt werden, wenn keine Reaktion kommt.

KPIs und Erfolgsmessung

Eine Reaktivierungskampagne gilt als erfolgreich, wenn sie zwei Dinge gleichzeitig erreicht: einen nennenswerten Teil der Inaktiven reaktiviert und den Rest sauber aus der Liste entfernt. Beide Ergebnisse verbessern dein E-Mail-Marketing.

Reaktivierungs-KPIs und Zielwerte

Kennzahl Definition Richtwert Was tun bei Verfehlung
Reaktivierungsrate Reaktivierte / Inaktive gesamt 5–15 % Angebot in W2 relevanter gestalten, Betreff testen
Öffnungsrate W3 Öffner / Empfänger W3 25–45 % Betreffzeile direkter formulieren
Klickrate W3 (CTA) Klicks auf Verbleib-Button / Empfänger 3–8 % CTA-Text klarer und nutzenorientierter formulieren
Abmelderate Abmeldungen / Empfänger gesamt 10–30 % Kein Problem, das ist erwünscht und saubert die Liste
Öffnungsrate nach Kampagne Regulärer Newsletter 30 Tage nach Bereinigung +5–15 PP Wenn kein Anstieg: Content-Strategie überdenken
PP = Prozentpunkte. Eine gute Reaktivierungskampagne erhöht die Öffnungsrate des regulären Newsletters messbar, weil das Verhältnis aktiver Kontakte steigt.

Eine Reaktivierungsrate von 10 % klingt wenig. Bei 2.000 Inaktiven sind das aber 200 zurückgewonnene Abonnenten ohne einen einzigen neuen Opt-in. Die verbleibenden 1.800 werden entfernt, und deine Liste ist um 1.800 Karteileichen schlanker. Beides ist ein Gewinn.

Tool-Empfehlungen

Eine Reaktivierungskampagne braucht drei technische Kernfunktionen: automatisches Engagement-Tracking für die Identifikation Inaktiver, tagbasierte Automationen für die Sequenzsteuerung und die Möglichkeit, nicht reaktivierte Kontakte automatisch abzumelden oder zu löschen.

KlickTipp

KlickTipp

Top-Pick: Vollautomatische Reaktivierung Made in Germany

KlickTipp bietet alle Bausteine für eine vollautomatische Reaktivierungskampagne in einem System: Inaktivitäts-Trigger (kein Klick seit X Tagen), tagbasierte Sequenzsteuerung mit bedingten Verzweigungen, automatisches Entfernen nicht reaktivierter Kontakte nach Abschluss der Sequenz und die SmartContact-KI, die kontinuierlich Engagement-Profile aller Kontakte aktualisiert. Besonderheit: KlickTipp kann Kontakte nicht nur abmelden, sondern auch Tags automatisch bereinigen und den Reaktivierungsstatus klar dokumentieren. Server in Deutschland, AVV inklusive, vollständig DSGVO-konform.

Inaktivitäts-Trigger Auto-Tag-Bereinigung SmartContact (KI) Server in Deutschland
KlickTipp testen
AC

ActiveCampaign

Stärkste Automation-Tiefe

ActiveCampaign bietet einen nativen Engagement-Score, der automatisch sinkt, wenn jemand nicht mehr interagiert. Dieser Score kann direkt als Trigger für die Win-back-Automation genutzt werden. Der visuelle Automations-Builder erlaubt sehr präzise Reaktivierungsflows mit mehreren Bedingungsebenen. Für große Listen mit komplexen Segmentierungsanforderungen ist ActiveCampaign die mächtigste Option. Hinweis: US-Server, DSGVO-Konfiguration notwendig.

Nativer Engagement-Score Komplexe Automations Visueller Builder
ActiveCampaign testen
B

Brevo

Beste DSGVO-Lösung für Einsteiger

Brevo erlaubt das Erstellen dynamischer Segmente nach Inaktivität (keine Öffnung / kein Klick seit X Tagen) und das Versenden gezielter Re-Engagement-Kampagnen an diese Segmente. Für eine manuell angestoßene, nicht automatisierte Reaktivierungskampagne (du sendest die Win-back-E-Mails manuell an das Inaktiv-Segment) ist Brevo eine ausgezeichnete und kosteneffiziente Wahl mit EU-Servern und AVV.

Dynamische Inaktiv-Segmente EU-Server & CSA Gratis-Tarif verfügbar
Brevo kostenlos testen
ML

MailerLite

Einfachste Einrichtung für Einsteiger

MailerLite bietet Aktivitätsfilter (inaktive Abonnenten nach Zeitraum filtern) und einfache Automationen mit Warte-Schritten und Bedingungen. Für eine 3-E-Mail-Win-back-Sequenz reicht MailerLite vollständig. Der Gratis-Plan ist auf 1.000 Abonnenten begrenzt, der Growing-Business-Plan (ab 10 USD/Monat) bietet alle nötigen Automationsfunktionen. Ideal für kleinere Listen, die eine strukturierte, aber unkomplizierte Reaktivierung brauchen.

Aktivitätsfilter Einfache Automationen Günstige Einstiegspreise
MailerLite testen

Reaktivierungs-Features im Vergleich

Feature KlickTipp ActiveCampaign Brevo MailerLite
Inaktivitäts-TriggerVia SegmentVia Segment
Vollautomatische Win-back-SequenzEingeschränkt
Auto-Abmelden nach Nicht-Reaktion
KI-Engagement-ProfileSmartContact
Server in DeutschlandEU
Gratis-Planbis 1.000

Checkliste vor dem Start

Vorbereitung

Inaktive nach Segmenten eingeteilt (91–180, 181–365, über 365 Tage)?
Entscheidung getroffen: Wer wird reaktiviert, wer direkt gelöscht?
Hard Bounces bereits entfernt?
Klick-Tracking als Aktivitätssignal (nicht Öffnungsrate) genutzt?

Texte & Sequenz

Alle 4 Win-back-E-Mails geschrieben und Korrektur gelesen?
Betreffzeilen testen (A/B wenn möglich)?
Verbleib-Links in W3 und W4 funktionieren?
Abmelde-Link in jeder E-Mail vorhanden?

Automation & Nachher

Automation vollständig durchgetestet (eigene Testadresse)?
Abschluss-Aktion: Nicht-Reaktivierte werden wirklich gelöscht?
KPIs definiert: Wann gilt die Kampagne als erfolgreich?
Regelmäßige Wiederholung eingeplant (alle 6 Monate)?

Mein Rat: Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Wenn du heute mehr als 20 bis 30 % Inaktive in deiner Liste hast, ist jeder weitere Monat ohne Reaktivierungskampagne ein Monat, in dem du zu viel zahlst, zu schlechte Zustellbarkeit hast und zu viele Abonnenten verlierst. Fang mit dem einfachsten Schritt an: Erstell ein Segment aller Kontakte ohne Klick in den letzten 6 Monaten und schick ihnen die W3-E-Mail direkt. Du wirst überrascht sein, wie viele noch da sind.

Häufige Fragen zur Reaktivierungskampagne

Darf ich Inaktive ohne weitere Information abmelden?

Rechtlich gesehen gibt es keine Pflicht, Abonnenten vor einer Löschung zu informieren. Du darfst inaktive Kontakte aus deiner Marketingliste entfernen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie: Eine informierte Abmeldung (Win-back-Sequenz mit Abschlussmail) ist aus Beziehungs- und Reputationsgründen besser als stilles Löschen. Zudem aktiviert die Ankündigung oft eine letzte Welle von Reaktivierungen. Für verbindliche Rechtsauskunft wende dich an einen Datenschutzspezialisten. Mehr dazu im Artikel DSGVO & Newsletter.

Wie oft sollte ich eine Reaktivierungskampagne durchführen?

Halbjährlich ist ein guter Rhythmus. Bei wöchentlichem Versand kann sich in 6 Monaten ein relevantem Inaktiv-Segment aufbauen. Idealerweise richtest du eine dauerhafte Automation ein, die laufend neue Inaktive identifiziert und automatisch in die Win-back-Sequenz schiebt. Dann ist die Kampagne kein einmaliges Projekt, sondern ein permanenter Bestandteil deiner Listenpflege. Tools wie KlickTipp und ActiveCampaign erlauben genau das.

Soll ich Inaktive während der Win-back-Sequenz auch aus regulären Versendungen ausschließen?

Ja, das ist empfehlenswert. Inaktive, die sich gerade in der Win-back-Sequenz befinden, sollten für die Dauer der Sequenz nicht zusätzlich reguläre Newsletter erhalten. Sonst erhalten sie in einer Woche mehrere E-Mails von dir, was die Abmelderate erhöht und die Reaktivierungswirkung der Win-back-Mails verwässert. Setze beim Start der Reaktivierungsautomation einen Tag (z. B. „Reaktivierung: läuft") und schließe dieses Segment beim regulären Newsletter-Versand aus.

Was mache ich mit Abonnenten, die W3 öffnen, aber nicht klicken?

Eine Öffnung ohne Klick ist seit iOS 15 kein verlässliches Signal mehr (Apple öffnet E-Mails automatisch vor). Behandle sie wie Nicht-Reagierende und schicke W4. Nur ein tatsächlicher Klick auf den Verbleib-Button ist ein echtes Reaktivierungssignal. Falls du iOS-Traffic-Anteile aus deiner Liste kennst, kannst du für Apple-Mail-Nutzer eine separate Logik einbauen, aber für die meisten Kampagnen ist das zu komplex. Klick = Reaktivierung, kein Klick = löschen ist die einfachste und verlässlichste Regel.

Wie viele meiner Inaktiven kann ich realistischerweise reaktivieren?

Die Bandbreite ist groß und hängt von der Qualität der Anmeldequellen, dem Inaktivitätszeitraum und der Qualität der Win-back-E-Mails ab. Als grobe Orientierung: Bei einer gut gestalteten 3- bis 4-E-Mail-Sequenz reaktivieren sich 5 bis 15 % der Inaktiven. Das klingt wenig, ist aber eine substantielle Rückgewinnung ohne jeden neuen Marketing-Aufwand. Der größere Nutzen liegt oft in der Bereinigung: Die verbleibenden 85 bis 95 % sauber zu entfernen verbessert Zustellbarkeit, Kosten und Metriken dauerhaft.
Ringo Dühmke, Gründer von Newsletter-Tipps.com

Ringo Dühmke

Gründer & Autor

Ringo Dühmke ist seit 2001 als Online-Unternehmer aktiv und nutzt E-Mail-Marketing seit 2003. Er hat mehrere Reaktivierungskampagnen für eigene Listen und Kundenprojekte durchgeführt, ausgewertet und optimiert. Als Gründer von Newsletter-Tipps.com testet er die gängigen Newsletter-Tools selbst und schreibt Anleitungen auf Basis eigener Praxiserfahrung.

Newsletter-Tipps.com Online-Unternehmer seit 2001 E-Mail-Marketing seit 2003

Starte deine Reaktivierungskampagne heute

Erstell jetzt ein Segment mit allen Kontakten ohne Klick in den letzten 6 Monaten. Das ist der erste Schritt, und er zeigt dir sofort, wie groß dein Inaktivitätsproblem wirklich ist.