Brevo auf einen Blick
Brevo hat eine bemerkenswerte Wandlung hinter sich. Was 2012 als schlankes Mailing-Tool unter dem Namen Sendinblue startete, ist 2026 eine ausgewachsene Customer-Engagement-Plattform mit E-Mail, SMS, WhatsApp, Live-Chat und einem vollwertigen Sales-CRM. Seit Ende 2025 trägt das Unternehmen offiziell den Unicorn-Status (Bewertung über 1 Milliarde Dollar) und hat sich damit als größter europäischer Konkurrent von Mailchimp positioniert.
Für deutsche Nutzer ist Brevo besonders interessant, weil das Unternehmen einen großen Standort in Berlin unterhält und seine Server unter anderem in Deutschland betreibt. Der Gratis-Tarif gehört zu den großzügigsten am Markt. Doch wo liegen die Grenzen, und für wen lohnt sich Brevo wirklich? Dieser Testbericht liefert dir die Antworten.
Für wen eignet sich Brevo?
Brevo ist eines der am breitesten aufgestellten Tools in diesem Vergleich. Es deckt vom Solo-Blogger bis zum mittelgroßen E-Commerce-Shop mit mehreren Tausend Bestellungen pro Tag fast jeden Anwendungsfall ab. Die Stärke liegt dabei nicht in der Spezialisierung auf eine Nische, sondern im Multichannel-Ansatz, der E-Mail, SMS, WhatsApp und CRM unter einem Dach vereint.
Besonders gut passt Brevo zu dir, wenn du eine preiswerte Lösung suchst, die mit deinem Unternehmen mitwächst. Startups und KMUs profitieren vom Gratis-Tarif, der bereits Automationen und CRM enthält. Online-Shop-Betreiber schätzen die zuverlässigen transaktionalen E-Mails (Bestellbestätigungen, Passwort-Resets). Und Entwicklerteams nutzen die starke API-Anbindung, um Brevo in eigene Systeme einzubetten.
Typische Anwendungsfälle: Newsletter-Versand mit wachsender Liste, E-Commerce-Automationen (Warenkorbabbrecher, Post-Purchase), transaktionale E-Mails über SMTP-Relay, Multichannel-Kampagnen mit SMS und WhatsApp, Sales-Pipeline-Management im integrierten CRM.
Funktionen & Besonderheiten
Brevo unterscheidet sich von reinen Newsletter-Tools durch seinen Multichannel-Ansatz. Du verwaltest nicht nur E-Mails, sondern steuerst SMS-Kampagnen, WhatsApp-Nachrichten, einen Website-Live-Chat und ein Sales-CRM aus einer einzigen Oberfläche heraus. Das spart Kosten für Drittanbieter-Tools und verhindert Datensilos.
E-Mail-Editor & Templates
Der Drag-and-Drop-Editor bietet über 60 responsive Vorlagen, die sich nach Branche und Anlass filtern lassen. Die Bedienung ist solide, auch wenn der Editor im direkten Vergleich mit MailerLite etwas weniger intuitiv wirkt. Für Profis steht ein HTML-Editor bereit, über den sich pixelgenaue Designs umsetzen lassen.
Marketing-Automatisierung
Die Automatisierungen gehören zu den Stärken von Brevo. Bereits im kostenlosen Tarif kannst du einfache Workflows aufsetzen (z. B. Willkommensserien). Im Business-Tarif stehen dir unbegrenzte Automationen mit mehrstufigen Verzweigungen, Zeitverzögerungen und kanalübergreifenden Aktionen (E-Mail + SMS) zur Verfügung. Die Tiefe reicht nicht ganz an ActiveCampaign heran, ist aber für 90 % der Anwendungsfälle mehr als ausreichend.
Transaktionale E-Mails (SMTP)
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Brevo betreibt eine eigene SMTP-Infrastruktur für System-E-Mails wie Bestellbestätigungen, Passwort-Resets oder Rechnungsversand. Die Zustellrate liegt hier konstant auf sehr hohem Niveau. Für Online-Shops und SaaS-Produkte, die auf zuverlässigen Systemmail-Versand angewiesen sind, ist das ein gewichtiges Argument.
Sales-CRM
Brevo enthält ein integriertes CRM mit Deal-Pipeline, Kontaktmanagement und Aufgabenverwaltung. Das ersetzt zwar kein Salesforce, reicht aber für kleine Vertriebsteams völlig aus. Der Vorteil: Du siehst direkt im CRM, welche Mailings ein Kontakt geöffnet hat und welche Aktionen er auf deiner Website ausgeführt hat.
KI-Features (2026)
Seit 2026 hat Brevo KI-gestützte Segmentierungen eingeführt, die automatisch vorhersagen, welche Kontakte mit hoher Wahrscheinlichkeit abwandern. Dazu kommt ein KI-Content-Generator für Betreffzeilen und E-Mail-Texte. Die Ergebnisse sind brauchbar, ersetzen aber (wie bei allen KI-Tools) nicht das redaktionelle Feintuning.
Multichannel: SMS, WhatsApp & Chat
Du kannst direkt aus Brevo heraus SMS-Kampagnen und WhatsApp-Nachrichten versenden. Im Business-Tarif sind 1.000 WhatsApp-Nachrichten pro Monat kostenlos enthalten. Zusätzlich gibt es einen Website-Live-Chat, der Besucheranfragen in Echtzeit bearbeitet. Für Unternehmen, die bisher separate Tools für jeden Kanal bezahlt haben, ist das eine echte Vereinfachung.
Schnittstellen & Integrationen
Brevo bietet über 150 native Integrationen und eine gut dokumentierte REST-API. Die wichtigsten Anbindungen:
- E-Commerce: Shopify, WooCommerce, Magento, PrestaShop, Shopware
- CMS: WordPress, TYPO3, Drupal, Wix
- CRM: Salesforce, HubSpot, Pipedrive, Zoho
- Weitere: Zapier, Make (Integromat), Google Analytics, Facebook Ads, Stripe
DSGVO & Datenschutz
Als französisches Unternehmen mit Sitz in der EU unterliegt Brevo der europäischen Datenschutz-Grundverordnung. Anders als bei US-Anbietern wie Mailchimp musst du dir keine Gedanken über transatlantische Datenübertragungen machen. Die Server stehen unter anderem in Deutschland.
Die DSGVO-relevanten Funktionen im Detail:
- Serverstandort: EU (u. a. Deutschland), keine Datenverarbeitung in den USA.
- AV-Vertrag: Lässt sich direkt im Account abschließen (kein separater Papierkram).
- Double-Opt-in: Standardmäßig verfügbar und einfach einzurichten.
- Cookie-Tracking: Kann DSGVO-konform konfiguriert werden (Consent-Management).
- Datenexport & Löschung: Kontakte lassen sich auf Anfrage vollständig exportieren und löschen.
Wichtig zu wissen: Brevo ist zwar DSGVO-konform, aber kein deutsches Unternehmen. Wer einen rein deutschen Anbieter mit Serverstandort ausschließlich in Deutschland bevorzugt (z. B. aus Compliance-Gründen in regulierten Branchen), sollte sich CleverReach oder Rapidmail ansehen.
Preise & Tarife im Überblick
Das Preismodell von Brevo ist das wohl größte Differenzierungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz: Du zahlst pro versendeter E-Mail, nicht pro Kontakt. Das bedeutet: Du kannst unbegrenzt viele E-Mail-Adressen in deinem Account speichern, ohne dass der Preis steigt. Abgerechnet wird erst, wenn du tatsächlich versendest.
Die vier Haupttarife
Free (kostenlos): 300 E-Mails pro Tag (ca. 9.000 pro Monat), bis zu 100.000 Kontakte. Inklusive Automationen, CRM und Formulare. Einschränkung: Brevo-Logo in den E-Mails, kein Telefonsupport.
Starter: Ab 7 € pro Monat für 5.000 E-Mails. Kein tägliches Versandlimit, Basis-Reporting, E-Mail-Support. Das Brevo-Logo lässt sich für 9 € pro Monat zusätzlich entfernen.
Business: Ab 15 € pro Monat für 5.000 E-Mails. Unbegrenzte Automationen, Landing Pages, Multi-User-Zugang, Telefon-Support und A/B-Testing. Der empfohlene Tarif für professionelle Nutzer.
Enterprise: Ab 499 € pro Monat. Dedizierte IP, KI-Segmentierung, WhatsApp-Kampagnen, erweiterte Integrationen und ein persönlicher Account Manager.
| E-Mails/Monat | Starter (€/Monat) | Business (€/Monat) |
|---|---|---|
| 5.000 | 7 € | 15 € |
| 10.000 | 14 € | 29 € |
| 20.000 | 25 € | 55 € |
| 40.000 | 35 € | 75 € |
| 60.000 | 45 € | 95 € |
| 100.000 | 59 € | 119 € |
Bei jährlicher Zahlung sparst du ca. 10 bis 20 %. Alle Preise zzgl. MwSt.
SMS- & WhatsApp-Credits
SMS und WhatsApp laufen bei Brevo über ein separates Credit-System. Du kaufst Pakete, die je nach Zielland unterschiedlich bepreist sind. Für Deutschland gelten folgende Richtwerte:
| Kanal | Paket | Preis (DE) |
|---|---|---|
| SMS | 100 SMS | 9 € |
| SMS | 1.000 SMS | 90 € |
| 1.000 Nachrichten | 158 € |
Im Business-Tarif sind 1.000 WhatsApp-Nachrichten pro Monat kostenlos enthalten. Credits werden verbrauchsabhängig abgerechnet, ohne feste Bindung.
Rechenbeispiel: Ein Online-Shop mit 8.000 Kontakten versendet 4 Newsletter pro Monat (= 32.000 E-Mails) und 500 transaktionale E-Mails. Im Business-Tarif kostet das 75 € pro Monat (40.000 E-Mails inklusive). Bei CleverReach (Pro-Tarif, 10.000 Empfänger) wären es 120 € pro Monat. Brevo spart hier knapp 40 %.
Typische Anwendungsfälle
Startup oder Solo-Selbstständiger mit wachsender Liste
Du startest gerade und deine Liste hat 500 bis 3.000 Kontakte. Mit dem Gratis-Tarif (300 E-Mails/Tag) deckst du deinen Versand komplett ab, ohne einen Cent zu bezahlen. Sobald die Liste wächst, steigst du auf den Starter-Tarif um (ab 7 € pro Monat) und zahlst weiterhin nur für das tatsächliche Versandvolumen.
Online-Shop mit transaktionalen E-Mails
Dein Shopify- oder WooCommerce-Shop versendet täglich Bestellbestätigungen, Versandbenachrichtigungen und Passwort-Resets. Brevo liefert dafür eine eigene SMTP-Infrastruktur mit hoher Zustellrate. Gleichzeitig steuerst du deine Marketing-Mails (Warenkorbabbrecher, Produktempfehlungen) über denselben Account. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Multichannel-Marketing für KMUs
Du willst nicht nur E-Mails versenden, sondern auch SMS-Erinnerungen an Termine, WhatsApp-Nachrichten zu Angeboten und einen Live-Chat auf deiner Website betreiben. Statt drei verschiedene Tools zu bezahlen, bündelst du alles in Brevo. Das spart Kosten und verhindert, dass Kundendaten über verschiedene Plattformen verstreut sind.
Agentur mit mehreren Kunden
Brevo erlaubt es, mehrere Absenderadressen und Sub-Accounts zu verwalten. Agenturen können so für verschiedene Kunden separate Kampagnen fahren, ohne den Account zu wechseln. Im Business-Tarif stehen Multi-User-Zugänge mit Rollenverwaltung zur Verfügung.
Vorteile & Nachteile
Vorteile
- Großzügiger Gratis-Tarif (300 Mails/Tag, unbegrenzte Kontakte)
- Abrechnung pro E-Mail statt pro Kontakt
- Multichannel: E-Mail, SMS, WhatsApp, Chat & CRM
- Zuverlässige transaktionale E-Mails (SMTP)
- EU-Server, DSGVO-konform
- KI-Segmentierung und Churn-Vorhersage (2026)
- Starke API für Entwickler
Nachteile
- Oberfläche wirkt für reine Newsletter-Nutzer überladen
- Support im Free-Tarif langsam (nur E-Mail)
- Strenge Konto-Verifizierung (24 bis 48 h Wartezeit)
- Telefonsupport erst ab Business-Tarif
- Brevo-Logo im Starter-Tarif (Entfernung: 9 €/Monat)
- Editor etwas weniger intuitiv als MailerLite
- Kein rein deutsches Unternehmen
Alternativen zu Brevo
Brevo ist ein starker Allrounder, aber nicht für jedes Szenario die optimale Wahl. Hier sind die drei relevantesten Alternativen mit klarer Abgrenzung:
CleverReach Aus Rastede 🇩🇪
Die deutsche Alternative für maximale Rechtssicherheit. CleverReach punktet mit Servern in Deutschland, einem direkt abschließbaren AV-Vertrag und der Möglichkeit, Tracking komplett zu deaktivieren. Dazu kommt das Prepaid-Modell „Flex" für Gelegenheitsversender. CleverReach eignet sich besonders für Behörden, Vereine und regulierte Branchen, denen ein deutsches Unternehmen wichtiger ist als Multichannel-Funktionen.
Zum CleverReach-Testbericht →Mailchimp Aus den USA
Der globale Marktführer mit der wohl bekanntesten Marke im E-Mail-Marketing. Mailchimp bietet einen riesigen Template-Katalog, tiefe E-Commerce-Integration (besonders mit Shopify) und ausgefeilte KI-Features (Intuit Assist). Der Nachteil: Es ist teurer als Brevo (kontaktbasierte Abrechnung), der Free-Tarif wurde stark beschnitten und der Support ist nur auf Englisch verfügbar.
Zum Mailchimp-Testbericht →ActiveCampaign Aus den USA
Wenn dir die Automatisierungen von Brevo nicht tief genug gehen, ist ActiveCampaign die nächste Stufe. Das Tool bietet die wohl mächtigsten Workflows am Markt, ein integriertes CRM mit Lead Scoring und 900+ Integrationen. Die Kehrseite: kein Gratis-Tarif, höhere Kosten bei großen Listen und eine steilere Lernkurve. ActiveCampaign lohnt sich für fortgeschrittene Marketer, die komplexe Sales-Funnels automatisieren wollen.
Zum ActiveCampaign-Testbericht →Tipp: Brevo und Mailchimp werden am häufigsten verglichen. Unser Brevo vs. Mailchimp Vergleich stellt beide Tools direkt gegenüber, inklusive Preistabellen und Bewertungen.
Fazit: Für wen lohnt sich Brevo?
Brevo ist 2026 die wohl vielseitigste Marketing-Plattform für den europäischen Markt. Das volumenbasierte Preismodell macht es für Nutzer mit großen Kontaktlisten deutlich günstiger als die kontaktbasierte Konkurrenz. Der Gratis-Tarif ist der stärkste am Markt, und die Kombination aus E-Mail, SMS, WhatsApp, Chat und CRM spart in vielen Fällen zwei bis drei separate Tool-Abonnements.
Brevo ist die richtige Wahl für preisbewusste KMUs, E-Commerce-Betreiber mit Bedarf an transaktionalen E-Mails und alle, die Multichannel-Marketing aus einem Tool heraus steuern wollen. Wer dagegen einen rein deutschen Anbieter braucht, sollte CleverReach oder Rapidmail wählen. Wer hochkomplexe Automatisierungen benötigt, fährt mit ActiveCampaign besser.
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300 E-Mails pro Tag, unbegrenzte Kontakte, CRM inklusive. Kein Kreditkartenzwang.
Brevo kostenlos starten →Häufige Fragen zu Brevo
Ist Brevo DSGVO-konform?
Was kostet Brevo pro Monat?
Wie unterscheidet sich Brevo von Mailchimp?
Kann ich Brevo mit Shopify oder WordPress verbinden?
Warum dauert die Konto-Verifizierung so lange?
Hieß Brevo früher Sendinblue?
Über den Autor: Ringo Dühmke
Ringo ist seit 2001 als Online-Unternehmer aktiv und nutzt E-Mail-Marketing seit 2003. Als Gründer von Newsletter-Tipps.com testet er regelmäßig die gängigen Newsletter-Tools und bewertet sie aus der Perspektive eines Praktikers, der selbst täglich mit E-Mail-Kampagnen arbeitet.